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Freud euch – die Psychologie des Glücksspiels
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Willkommen auf der GambilngPlanet.org Couch! Leg dich hin, entspann dich und lass uns heute eine kleine Reise in die Welt der Psychologie unternehmen. Keine Angst, es geht nicht um das Verhältnis zu deiner Mutter, sondern um die Psychologie des Glücksspiels. Der Urvater der Psychoanalyse Sigmund Freud bezeichnete Spielkarten als "ein Fenster in unsere Seele". Wir packen heute die runde Brille und den weißen Rauschebart aus und gehen der Sache mit dem Glücksspiel auf den Grund.

Es gibt zwei Ansätze, die unsere Liebe zum Glücksspiel erklären. Der eine ist relativ simpel: die Psychologie des Glücksspiels spielt mit unserem Belohungswunsch. Der Freudsche Ansatz geht davon aus, dass wir alle tief im Inneren für alles, was wir tun belohnt werden wollen. Das ist der Grund, warum Männer so gerne lautstark verkünden, wenn sie mal den Abwasch alleine erledigt haben oder jemand sich mit seinen Leistungen beim Poker brüstet. Es geht um Belohnung. Und zwar am besten eine möglichst große Belohnung für wenig Arbeit. Die Casinospiele, wie wir sie spielen, bieten geradezu irreal hohe Belohnungen für lächerlich wenig Arbeit. Wie lange musst du im Büro sitzen, bis du deinen letzten Jackpotgewinn mit "normaler" Arbeit verdient hast? Unser Unterbewusstsein reagiert also sofort und sagt uns: "Spiel! Das ist die Gelegenheit eine tolle Belohnung zu bekommen!" und lässt dabei sämtliche Vernunft außen vor. Es ist nun die Aufgabe unseres Bewusstseins, diesem Drang mit Logik und Berechnung der tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten entgegenzuwirken. Insbesondere die Spielautomaten sind sehr stark auf diese psychologische Kosten-Nutzen Rechnung ausgelegt. Knopf drücken – Geld gewinnen: Perfekt!
Dieser Ansatz der Psychologie des Glücksspiels erklärt aber nicht, warum manche Spieler einfach weiterspielen, obwohl sie nichts dafür bekommen. Hier gibt es einen weiteren Faktor, der in der Psychologie als "intime Risikolust" bezeichnet wird. Und ja, mit intim ist das intim gemeint! Der Rausch, den wir erleben, wenn unsere eine Zahl beim Roulette tatsächlich gewinnt, folgt den gleichen Mechanismen, wie die Aufregung bei einer romantischen Eroberung. Und wir sind damit nicht allein. Versuche mit Primaten zeigen, dass auch Affen eine große Menge Futter, bei der eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sie verlieren, in den meisten Fällen einer kleineren, aber sicheren Menge Futter vorziehen. Warum das so ist? Die Soziopsychologie weiß Rat. Die intime Risikolust geht auf die Zeiten zurück, in denen wir noch Jäger und Sammler waren. Wer größere Risiken einging, konnte eher einen großen Fang zurück in die Höhle bringen und damit seine Gruppe besser ernähren. Zur Belohnung wurde dieser Jäger dann das Alphamännchen und die Frauen der Gruppe waren ihm eher zugeneigt als den anderen.
Dieser soziologische Ansatz wird heute oft genutzt, um verschiedenste Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft zu erklären. Die Psychologie des Glücksspiels ist da nur ein Beispiel von vielen. Trotzdem sind wir keine Höhlenmenschen mehr, die im Casino an den Leuchtern schaukeln (obwohl es – wenn wir mal ganz ehrlich sind – wahrscheinlich ein Heidenspaß wäre), denn wir verfügen über etwas, was den Affen in den Versuchen und unseren mammutjagenden Vorfahren fehlte: die Fähigkeit Logik und gesunden Menschenverstand über unsere Instinkte zu setzen. Wir können uns ausrechnen, dass wir eben nicht einfach so belohnt werden, wenn wir auf Knöpfe drücken, und dass die Blondine an der Theke sich nicht einfach so unsterblich in uns verlieben wird, nur weil wir einen Euro mehr in der Tasche haben. Wir sind in der Lage, zu planen und Voraussagen zu treffen, welche die grundlegende Psychologie des Glücksspiels untergraben, damit sich unsere Chancen bei unseren Vorhaben verbessern. Kann ein Spieler dies nicht, führt das zur Spielsucht.
Die Fähigkeit weiterzudenken ist es also, die erklärt, warum wir am Pokertisch sitzen und nicht die Mammuts und Schimpansen. Obwohl auch das ein außerordentlich sehenswertes Bild abgäbe.
UM REGRESSANSPRÜCHE ZU VERMEIDEN, MÜSSEN PERSONEN, DIE TEXT VERWENDEN, DIE QUELLE UND ALLE ENTSPRECHENDEN URLs UND LINKS DER SEITE, VON DER DER TEXT STAMMT, ANGEBEN (www.gamblingplanet.org/de).
29-Jun-2009, 09:46








